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Cantina di Negrar
Domini Veneti
VALPOLICELLA: GESCHICHTE

„Valpolicella“ kommt von „Val Polesela“. Einer Bezeichnung aus dem Jahr 1177 als die Gemeinde von Verona das antike „vallis Veriacus“ und „vallis Provinianensis“ vereinte. Der Name wie „Polesine“ oder „Polesella“ bedeutet sumpfige morastige Erde und bezieht sich auf das natürliche Anschwemmungsland.
Die Bezeugungen von der Präsenz von Menschen im Valpolicella reichen zurück bis in die Antike. Das Valpolicella war und ist in einer strategisch wichtigen Position, und zwischen den Alpen und der Poebene dem Fluß der Etsch folgend, eine wichtige Verkehrs- und Handelsstrecke. Die ersten Spuren hinterließen Nomaden-Jäger der frühen Altsteinzeit in Form einer Felsmalerei bei Ponte di Veja und in der Grotte von Fumane genannt „der Schamane“. Ein außerordentliches Beispiel von Felsenmaleri das vor ca. 36.000 Jahren erstellt wurde.
Schon vor der römischen Kolonialzeit, ein Jahrhundert vor Christus, existierte im Valpolicella ein besonderer ethnischer Völkermix, definierbar als Reto-etruskisch, der aber auch reich an keltischen und venezianischen Einflüssen war. Die Römer respektierten sie und es wurde ihnen eine gewisse Unabhängigkeit, im Sinne von Religionsfreiheit zugesprochen. Unter dem römischen Reich entwickelt sich dann auch die Kultivierung von Trauben und die Bildhauerei.
Bis das Valpolicella Gebietskörperschaft erlangte, dauerte es jedoch bis zum Jahre 1311 als Federico della Scala die Lehen vom Kaiser Heinrich dem VII und somit der Titel der Grafschaft verliehen wird.
Im Jahre 1405 fällt das Territorium unter die Venezianische Herrschaft die daraus ein Vikariat macht. Der größte Teil der Privilegien und Recht unter den Scaligern wird anerkannt, nicht zuletzt das Recht einen Vikariat unter den Mitgliedern der wichtigsten Veroneser Familien zu wählen, die Interesse an dem Gebiet hatten. Mit der Eroberung von Konstantinopel seitens der Türken im Jahr 1453 und der anschließenden Neuordnung der venezianischen Kräfte, hat auch das Valpolicella die Möglichkeit große Besitztümer durchzusetzen und sich ökonomisch und kulturell auszubreiten. Symbol hierfür sind die vielen großen Villen des Valpolicella.
1797 erklärt Napoleon per Dekret das Ende der Republik Venezien. In Folge dessen verliert das Valpolicella alle seine alten Privilegien und wird eine von 10 Distrikten in die das Veroneser Territorium aufgeteilt wird. Die sukzessive Herrschaft Österreichs läutet dann das Ende der „Zivilisation der Villen“ ein, da die Edelleute und reichen Kaufleute das Zentrum ihrer Interessen in die Stadt verlegten. Dies, sowie die Konkurrenz fremder Agrarprodukte, zusammen mit häufige auftretenden Krankheiten, die die Weinberge und die Zucht von Seidenraupen betrafen, verwarf die traditionelle Landwirtschaft.
Beginnend im 900 Jahrhundert werden die ersten landwirtschaftlichen Vereinigungen und die landwirtschaftlichen Genossenschaften gegründet, die aber nach dem Zweiten Weltkrieg einen abrupten Einbruch in der Produktionsaktivität des Tales erleben. Die enorme Emigration nach dem Krieg beendet in großen und ganzen die Stabilität der aktuellen Ökonomie und fixiert sich dann auf die zukünftige Entwicklung auf dem Stein- und Weinsektor.