

Wie anno dazumal, erlaubt die Ökonomie des Valpolicella essentiell den primären Sektor und heute im speziellen den des Weinanbaus. Bis vor 30-40 Jahren hatte man sein Auskommen mit der Landwirtschaft und man konnte auf den Feldern das Zusammenleben von mehreren Kulturen beobachten (zwischen den Rebstöcken pflanzte man auch Mais und Obstbäume oder das, was für den Erhalt der Familie notwendig war).
Heute herrscht die Kultivierung der Weinreben vor wenn auch in einigen Zonen wieder Oliven angebaut werden.Die Tradition der Weinherstellung im Valpolicella besteht schon seit über einem Jahrhundert und im Jahr 1968 wurden in einer Produktregelung die Produktionsgrenzen festgelegt, die nicht mit den historischen-geografischen übereinstimmen: die Zone der Produktion von Valpolicella Doc Weinen umfasst die Gemeinden des historischen Valpolicellas (mit Ausnahme von Sant’Anna d’Alfaedo, Pescantina, Parona und Volargne) und denen des Valpantena, des Val d’Illasi, des Valle di Mezzane und des Valtramigna. Die Bezeichnung “Classica” unterscheidet die historische Zone von der sogenannten „erweiterten Zone“.
Es handelt sich also um ein sehr ausgebreitetes Territorium das verschiedene Charaktere verleiht und zusammen mit den autochthonen Reben und den traditionellen Produktionstechniken, den Ausschlag für die absolute Originalität der Valpolicella Weine gibt.
Die wohl älteste Bestätigung über die Kultivierung von Weinreben im Valpolicella geht bis zum 5 Jahrhundert vor Christus zurück, bezeugt von einer Vielzahl von Weintraubenkernen der Vitis Vinifera und Vitis Selvatica, die bei archäologischen Ausgrabungen in Archi bei Castelrotto in der Gemeinde von San Pietro in Cariano gefunden wurden. Kürzlich durchgeführte Studien von einigen autochthonen Reben haben desweiteren bewiesen, das die Sorten Dindarella, Pelara, Quaiara, Rondinella und Oseleta sehr wahrscheinlich aus der direkten Domestizierung der Vitis Selvatica abstammen. Eine der wichtigsten Charakteristiken des Veroneser Weinanbaus. Die tatsächliche Herkunft der autochthonen Rebsorten wurde schon von Plinius erwähnt, dieser schrieb, das die rätischen Trauben (typisch in der Zeit in einem Gebiet von der Donau, Tirol, Lombardei und dem Canton die Grigioni) eine gewissen Liebe für die eigene Erde haben und in anderen Ländern eingepflanzt all seine Gloria und somit an Qualität verliert.
Im Römischen Reich waren die Charakteristika des Klimas und des Terrains des Valpolicella nicht sehr viel anders als heute und begünstigt die Kultivierung von Reben, Oliven, Obstbäume und verschiedener Getreidesorten. Verschiedene Elemente weisen auf die Existenz von kultivierten Weinbergen hin, in einer Größe um eine Weinproduktion aufrecht zu erhalten, erst Recht während der Übergangszeit als Republik zur Imperialen Macht. Das Valpolicella war eine bevorzugte Mündung des Exportes aus Rom und der transalpinischen Länder und nahm somit eine wichtige, strategische Position ein.
Die Tradition vom Veroneser Rotwein geht weiter, wie von San Zeno (Priester aus Verona in der zweiten Hälfte des IV Jahrhunderts vor Christus) mitteilt.
Aber die sensationellste Mitteilung ist die von Flavio Magno Aurelio Cassiodoro, Senator und Präfekt des Amtsrichters im Gericht von Teodorico (König von Italien von 493 bis 526), der in einem Brief Wein Acinaticium (oder Acinaticum) für die Lager bestellt. Der Autor lobt nicht nur die Farbe, sondern auch die Reinheit und beschreibt die Herstellungsmethode des Weines, die heute der Vinfizierung des Recioto´s gleicht.
Mit der Auflösung des römischen Reiches und den wiederholten barbarischen Invasionen verbreitern sich die brachen, unbebauten Zonen. Im Mittelalter übernehmen Klosterbrüder die Beibehaltung der antiken Landwirtschaftstechniken und machen das Land wieder urbar. Ferner nehmen sie die Kultivierung der Rebstöcke wieder auf. In den Veroneser Archiven existieren Dokumente die die Kultivierung im Valpolicella seit dem VIII Jahrhundert bestätigen, aber sehr viel wichtiger für Negrar ist die „carta lapidaria“ aus dem Jahre 1166, eine lange Inschrift in Lateinischer Sprache an der Südmauer des Glockenturms der Pfarrei San Martino die eine Serie von wichtigen notarischen Vorgänge zwischen dem Stadtpfarrer der Kirche und den Erben eines Vasallen der bischhöflichen und der kanonischen Kirche enthält.
Während der Herrschaft Veneziens (von `400 bis `700) multiplizieren sich im Valpolicella die Villen, deren Präsenz die landwirtschaftliche Ordnung des Territoriums ändert, und der Markt der lokalen Weine expandiert über die Veroneser Grenzen hinaus.
Im Jahr 700 beschäftigen sich viele Wissenschaftler mit Veroneser Weinen, der erste unter Ihnen ist Scipione Maffei der in der Verona Ilustrata (1732) ausführlich die große Nachfrage der Römer nach rätischem Wein dokumentiert. Er war auch der erste der den Brief des Cassidoro vom lateinischen übersetzte. Ferner war er unter den ersten, der die Mode die zu dem Zeitpunkt noch vorherrschte, nämlich süßen Wein auch während der Mahlzeiten zu reichen, kritisierte.
Das 800 Jahrhundert steht für eine größere Entwicklung für die Agrarwissenschaft dar, die in Verona eine wichtige Rolle übernimmt: es werden wichtige Ziele im Bereich der angewandten Chemie und Bodenkunde erreicht, die unterstreichen, wie wichtig die Beziehung zwischen Pflanze und Terrain für die Qualität der Produktion ist. Trotz der Meinung der Experten, arbeiteten die Landwirte nach wie vor so, wie es Ihnen Ihre Väter seinerzeit beigebracht hatten, deshalb blieb die Landwirtschaft immer noch von dem traditionellem Anbau gezeichnet, in denen die Reben an pflanzlichen „Tutoren“ sprich Bäumen festgemacht wurden. Es wurden zahllose Reben ohne ein Minimum von Selektion kultiviert . Aber es fehlten auch keine Beispiele vom Gegenteil: Weine die mit der nötigen Aufmerksamkeit hergestellt wurden, wurden als Luxusprodukte deklariert und genossen die Exklusivität eines Nischenproduktes des Marktes.
Es blieb aber trotzdem das Problem mit der Konservierung der Weine im Valpolicella bestehen, die die erste Hürde bei der Eroberung der Märkte in Übersee darstellte. Der Großteil der Weine wurde daher auf dem italienischen Markt, von Mitte bis Nord vertrieben im speziellen jedoch in der Lombardei, wo der Recioto sehr geschätzt wurde. Recioto ist eine Bezeichnung die das erste Mal im Jahre 1888 benutzt wurde.
Das 900`Jahrhundert eröffnet sich mit der schrecklichen Epidemie der Reblaus, die sich über fast alle Weinberge des Valpolicella erstreckt und den Höhepunkt in den 30-igern erreicht. Nach dieser Krise verzeichnet sich, dank verbesserter Produktionstechniken und der Entstehung einzelner Weinlager und Genossenschaftskellereien zu denen auch die Cantina Sociale di Negrar gehörte, eine diskrete Entwicklung der „hochwertigeren Weine“ ein.
Von diesem Punkt an, hat das Valpolicella den Beginn des weltweiten Hungers und die weltweite Entwicklung nach bzw. für den Amarone gesehen, der heute auch bei dem Ripasso liegt. Die neuesten Definitionen der vier Regelungen der Produktion der Valpolicella Weine demonstriert weiter die Intention die Qualität, den Wert und die Eigenschaften jeder einzelnen Flasche beizubehalten die aus diesem Territorium kommt, um sie an den vorhandenen Märkten in der ganzen Welt zu platzieren.

















